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Allgemein

aum verändert – und trotzdem sinnvoll? CANYON STRIVE:ON im Test

10. Mai 2026 · 4 Min. Lesezeit

Draufsteigen und einfach loslegen

Kennt ihr das? Man setzt sich aufs Rad, rollt los und nach den ersten Metern weiß man einfach: Das hier wird richtig gut. Keine Eingewöhnung, kein Rumstellen – du stehst auf dem Bike und hast sofort dieses Gefühl, als wärst du nie auf was anderem gefahren. Die erste Kurve sitzt, der erste kleine Drop fühlt sich easy an. Du gibst Input und das Bike liefert einfach direkt, ohne Diskussion. Genau so ging es mir mit dem neuen Canyon Strive:ON. Canyon hat mich zum Presscamp nach Koblenz eingeladen, und nach einem kurzen Briefing im Headquarter ging es direkt raus in den Koblenzer Stadtwald. Perfektes Wetter, Trails vor der Tür – bessere Bedingungen kann man sich kaum wünschen.

Was ist eigentlich neu?

Ich weiß jetzt schon, was einige von euch sagen werden: „Da hat sich doch gar nicht viel verändert“ oder „Ich hätte mit einem anderen Motor gerechnet.“ Alles fair. Aber ehrlich gesagt frage ich mich eher: Warum sollte man ein gutes Bike komplett neu erfinden, wenn man es einfach sinnvoll weiterentwickeln kann? Canyon hat einen komplett neuen Carbonrahmen entwickelt – leichter, aber trotzdem robust und klar auf Enduro ausgelegt. Die Leitungen gehen jetzt wieder normal durch den Rahmen statt durch den Steuersatz, was allein schon ein Punkt ist, der bei vielen von euch im Feedback immer wieder kam. Dazu gibt’s längere Dropper Posts mit bis zu 230 mm, komplett neue Dämpfertunes für die Abfahrt und ein verbessertes Skidplate, das jetzt einteilig ist und sich mit einer einzigen Schraube lösen lässt. Klingt nach Details, aber genau solche Sachen machen im Alltag auf dem Trail den Unterschied.

Die harten Fakten

Vorne arbeitet eine Fox 38 mit 170 mm Federweg, hinten sind es 160 mm – ganz klar Enduro-Territorium. Bei den Laufrädern geht Canyon den Mullet-Weg: 29 Zoll vorne, 27,5 Zoll hinten. Das sorgt dafür, dass das Bike vorne schön ruhig bleibt und hinten agiler reagiert, gerade wenn es enger oder technischer wird. Angetrieben wird das Ganze vom Bosch Performance CX mit dem neuen 120-Nm-Update und einem 750-Wh-Akku, der sich übrigens auch entnehmen lässt. Wer also einen zweiten Akku im Auto hat, kann den ganzen Tag unterwegs sein, ohne ans Laden denken zu müssen. Das Modell, das ich gefahren bin – das CF9 – liegt bei 6.500 Euro und ist für mich ehrlich gesagt ein echtes Sorglospaket. Eagle X0 Antrieb, Fox Performance Elite Gabel, SRAM Maven Base Bremsen – da fehlt einem erstmal an nichts.

Das KISS-System und das Fahrgefühl

Ein Punkt, der für mich richtig rausgestochen ist, ist das KISS-System, also die Lenkstabilisation, die serienmäßig verbaut ist. Ich bin inzwischen fast schon ein echter Fan davon. Das System zieht den Lenker leicht zur Mitte zurück, und auf dem Trail merkt man das ziemlich schnell: Das Bike bleibt gefühlt ultra ruhig, gerade wenn es schneller und ruppiger wird. Man hat einfach mehr Kontrolle, ohne aktiv dagegen arbeiten zu müssen. Wer es nicht mag, kann es auch ausbauen – aber ich würde es auf jeden Fall erstmal ausprobieren. Generell ist das Bike im Betrieb total leise. Kein Klappern, kein Rasseln, nichts. Und noch ein Punkt, den ich spannend finde: Canyon hat bewusst kein großes Display ins Oberrohr gepackt. Weil das Bike Richtung Gravity und Enduro gedacht ist, und da ist weniger eben manchmal mehr – weniger, was im Gelände kaputt gehen kann.

Mein Fazit nach einem langen Tag auf dem Trail

Nach einem richtig langen Tag auf dem Bike mit Akkuwechsel zwischendrin kann ich sagen: Das Strive:ON hat mich direkt abgeholt. Es ist kein Bike, das mit revolutionären Neuerungen um sich wirft – aber es ist eins, das einfach verdammt gut funktioniert. Durchdacht, funktional und nicht überladen. Wer ein Sorglospaket will, auf dem man sich einfach wohlfühlen und Spaß haben kann, der sollte sich das Strive:ON definitiv mal genauer anschauen. Egal ob Trailpark, Finale Ligure oder ruppige Hometrails – das Ding liefert einfach ab.